H. C. Strache:
Parteichef, Mitglied bei der pennalen Burschenschaft „Vandalia", Wien,
Verkehrte noch bis Ende der 1980er Jahre in Neonazi-Kreisen, Wehrsportübungen, Autor in der rechtsextremen
"Aula", verlangt die Abschaffung des Verbotsgesetzes und dass der "Büßeranzug" endlich gegen den
"Kampfanzug" (gegen eine angeblich drohende "Islamisierung") eingetauscht werde.
Behauptet im APA-Interview (13. 9. 09), dass Wehrmachtsdeserteure „oftmals auch Mörder gewesen“ seien.
Während laut einer Studie („Opfer der NS-Militärjustiz“, 2003) bei 1300 untersuchten Fällen nur fünfmal
Gewalt im Spiel war, versteift sich Strache einen Tag später auf die Behauptung, dass laut bezeichnenderweise
nicht näher genannte Studien „über 15 bis 20 Prozent“ der Deserteure „Kameraden“ erschossen hätten. Woher
er die genauen Zahlen habe, konnte der FPÖ-Obmann nicht angeben (Die Presse, 14. 9. 09).
Gregor Amhof:
FPÖ-Klubobmann in Wien-Alsergrund, „fällt es schwer, im Frühjahr 1945 von der Befreiung Wiens zu sprechen.“ In einer Kolumne zum „Gedankenjahr“ (Bezirkszeitung Alsergrund, Nr. 5/05) setzt er die Kriegstoten einschließlich der „380.000 Soldaten“ mit den NS-Opfern gleich. Letztere, die er mit gerade mal 80.000 beziffert, wurden auch nicht ermordet, sondern „kamen in der Kriegszeit als Lager- oder Justizopfer um.“
Wolfgang Caspart:
Lehrbeauftragter an der juridischen Fakultät der Universität Salzburg, Mitglied in der Alten Gymnsasialverbindung „Rugia“, Salzburg und im Wiener Corps „Saxonia“, „Aula“-Autor, Vorsitzender des „Freiheitlichen Akademikerverbandes“ Salzburg, Vorstandsmitglied des „Neuen Klubs“, Geschäftsstelle Salzburg.
Elmar Dirnberger:
Die neonazistische Internetsite alpen-donau fragte sich Anfang Juni mit Elmar Dirnberger, ob der "Spekulant Muzicant als Vorsitzender der IKG überhaupt tragbar" sei. Die Neonazis übernahmen wortwörtlich eine Aussendung des freiheitlichen "Immobilientreuhänders". Der im studentischen Neonazi-Milieu der 1970er Jahre politisierte Dirnberger kandidierte bei den EU-Wahlen für die FPÖ und stand in den 1990er Jahren dem Aufsichtsrat der Aula-Verlagsgesellschaft vor. Wie Jörg Haider im Wiener Wahlkampf 2001 und viele andere Freiheitliche davor und danach versuchte auch Dirnberger, mit antisemitischen Untertönen Stimmung zu machen. Der Immobilienmakler meint in seiner Aussendung, Dr. Muzicant habe "möglicherweise Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen im Immobiliengeschäft Tätigen". Da Dirnberger (noch) nicht die Immunität eines Abgeordneten genießt, muss er seine wirren Anschuldigungen gegen den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in Frageform vorbringen. Dem jüdischen ("erlauchten") Spekulanten stellt Dirnberger die "österreichischen kleinen und mittelständischen Kreditnehmer" gegenüber. Alles in allem suggeriert er (auch im Rückgriff auf Haiders Wortspiel mit dem Vornamen des IKG-Präsidenten und einer Waschmittelmarke), dass Dr. Muzicant aufgrund seines religiösen Bekenntnisses und seiner IKG-Funktion massive geschäftliche Vorteile genieße. (vgl. http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2009_05/alpen-donau.html)
Hubert Erhart:
Mitglied der Burschenschaft „Teutonia“, Kandidat zur AK-Wahl, war an führender Stelle in Küssels VAPO aktiv.
Peter Fichtenbauer:
Mitglied der „Ferialverbindung deutscher Hochschüler Waldmark“, stellvertretender Obmann des „Vereins zur Pflege des Grabes Walter Nowotny" (NS-Fliegerheld)
Helmut Golowitsch:
vormaliger Aktivist der neonazistischen NDP und ehemaliges Mitglied der Linzer Burschenschaft „Arminia Czernowitz“, „Aula“-Autor und Referent bei der AFP und beim „Kulturwerk Österreich“, gewährte dem freiheitlichen Tarnverein „SOS Abendland“ bei seiner Gründung im Februar 2007 eine „technische Handreichung“, (Gründungs-)Mitglied sei er aber ganz sicher keines.
Alois Gradauer:
Mitglied der fachstudentischen pennalen Verbindung „Bajuvaria", Linz, hält alljährliche Gedenkfeiern an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen für übertrieben und verlangt statt dessen einen „Schlussstrich“.
Martin Graf:
Dritter Nationalratspräsident, „Alter Herr" der rechtsextremen Burschenschaft „Olympia", beschäftigt im Parlament Mitarbeiter, die Einschlägiges bei Neonazi-Versand bestellt haben und gemeinsam mit Neonazis öffentlich in Erscheinung treten.
Manfred Haimbucher:
Mitglied bei der Schülerverbindung Gothia, Wels und beim Corps „Alemannia Wien zu Linz", verlangt „Erziehungslager“ für ausländische, gewalttätige Jugendliche.
Patrick Haischberger:
FPÖ-Kandidat für den Bad Ischler Gemeinderat, trägt auf dem rechten Oberarm eine Tätowierung, die einen Soldaten, das „Eiserne Kreuz" und den deutschen „Reichsadler“ zeigt. Vom Nachrichtenmagazin profil (Nr. 39/21. 9. 09) auf diese rechtsextremen Symbole angesprochen, sagte Haischberger, das habe nichts mit politischer Gesinnung zu tun, es gehe vielmehr „um die Ehre, das Vaterland zu verteidigen".
Lothar Höbelt:
FPÖ-Historiker, Autor in Zur Zeit.
Johannes Hübner:
Mitbegründer jenes Verlags, der das FPÖ-nahe Organ „Zur Zeit" herausgibt.