H. C. Strache:

Parteichef, Mitglied bei der pennalen Burschenschaft „Vandalia", Wien, Verkehrte noch bis Ende der 1980er Jahre in Neonazi-Kreisen, Wehrsportübungen, Autor in der rechtsextremen "Aula", verlangt die Abschaffung des Verbotsgesetzes und dass der "Büßeranzug" endlich gegen den "Kampfanzug" (gegen eine angeblich drohende "Islamisierung") eingetauscht werde.
Behauptet im APA-Interview (13. 9. 09), dass Wehrmachtsdeserteure „oftmals auch Mörder gewesen“ seien. Während laut einer Studie („Opfer der NS-Militärjustiz“, 2003) bei 1300 untersuchten Fällen nur fünfmal Gewalt im Spiel war, versteift sich Strache einen Tag später auf die Behauptung, dass laut bezeichnenderweise nicht näher genannte Studien „über 15 bis 20 Prozent“ der Deserteure „Kameraden“ erschossen hätten. Woher er die genauen Zahlen habe, konnte der FPÖ-Obmann nicht angeben (Die Presse, 14. 9. 09).
FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache droht im Interview mit einem Wiener Internetmagazin den „roten Bonzen“ und „Kriminellen, die es sich gut eingerichtet haben.“ Nach der Machtübernahme werde man „den Subventionsdschungel ausräuchern“ und „jene Vereine, die der SPÖ nahe stehen, durchleuchten“.


Hans-Jörg Jenewein:

Mitglied der Wiener Burschenschaft Silesia, Autor in der rechtsextremen Aula; drohte im Juni 2008 dem ORF mit „Konsequenzen“: bald käme der „Zahltag“ für die kritische Berichterstattung und danach werde es eine „Mitsprache der FPÖ (…) in den Redaktionsstuben“ geben; im September 2008 verunglimpft Jenewein IKG-Präsidenten Dr. Ariel Muzicant als „Pausenclown“, der die Demokratie verachten würde; im Oktober 2008 referierte er bei der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP), gegenüber der Wochenzeitung Falter (43/08) meinte Jenewein, dass ihm die aktuelle Einschätzung des Wiener Verfassungsschutzes, wonach die AFP eine „ausgeprägte Affinität zum Nationalsozialismus“ aufweise, nicht tangiere: „Ich habe dort durch die Bank normale Menschen kennen gelernt, die mit Messer und Gabel essen.“ Daher würde er im Falle einer neuerlichen Einladung „wieder hinfahren“.

Karlheinz Klement:

Der ehemalige Kärntner FPÖ-Politiker Karlheinz Klement veröffentlichte auf seiner Website laut Anklage „verhetzende Textpassagen, in denen das jüdische Volk in einer die Menschenwürde herabsetzenden Art beschimpft wird“. Klement wurde am 23.9.2009 vom Landesgericht Klagenfurt nicht rechtskräftig zu fünf Monaten bedingter Freiheitsstrafe wegen Verhetzung verurteilt.

Hans Ulrich Kopp:

Mitglied in der Burschenschaft Danubia München und im Witikobund, ehemaliger Mitarbeiter der Jungen Freiheit (JF). Die JF trennte sich 1995 von Kopp im Zuge einer versuchten Frontbegradigung gegenüber offenem Rechtsextremismus.

Werner Königshofer:

„Alter Herr“ der Burschenschaft „Brixia“, Innsbruck, ehemals Mitglied der neonazistischen NDP, 1973-1976 Leiter der Tiroler Lokalredaktion der neonazistischen Zeitschrift aktuell (Hg.: Walter Ochensberger), 1975 Mitorganisator des „Ersten Mitteleuropäischen Jugendkongresses“, der aufgrund seiner neonazistischen Ausrichtung jedoch verboten wurde.
Der Tiroler FPÖ-Abgeordnete und Brixia-Burschenschafter Werner Königshofer, bis in die späten 1970er Jahre Aktivist im Neonazismus, hat mit einem Kommentar auf der Site der Tiroler Tageszeitung (TT) für Aufregung gesorgt. Am 20. Juli 2009 kommentierte er dort einen Artikel zur Integration: „Nun muß man zur Kenntnis nehmen, da ß auch ‚Integration’ nicht funktioniert, weil sich ein Volk, das die Kultur, die Lebensweise, die Rechtsordnung, die Religion des Wirtsvolkes ablehnt, eben nicht integrieren will. Mit einer 3x so hohen Fertilitätsrate und einer nach wie vor ungebremsten Massenzuwanderung kann das Gastvolk auf Zeit setzen, um die Zukunft dieses Landes zu gewinnen.“
Von der TT auf die zuerst antisemitischen und später nationalsozialistischen Implikationen und Hintergründer der Begriffe „Wirts-“ und „Gastvolk“ angesprochen, meinte er lapidar: „ Ich stehe dazu. Was darf man überhaupt noch für Begriffe verwenden? Kommt ihm (Grünen-GR Gebi Mair, Anm.) vielleicht noch die Idee, Deutsch zu verbieten, nur weil es die Muttersprache Hitlers war?“

Gerhard Kurzmann:

steririscher FPÖ-Landesobmann, Anfang Juli 2006 wird publik, dass er Mitglied der rechtsextremen Kameradschaft IV, einem (Waffen)SS-Traditionsverband (http://doew.at/projekte/rechts/organisation/kamerad.html), ist. Gegenüber dem ORF wies Kurzmann die DÖW-Charakterisierung der K IV als „pauschale Unterstellung“ zurück. Er habe unter den ehemaligen SS-Männern „viele anständige Menschen kennen gelernt, die in schwierigen Zeiten ihre soldatische Pflicht“ erfüllt hätten (http://steiermark.orf.at/stories/121342/, Kleine Zeitung, 9. 7. 06).
Von der Tageszeitung Der Standard (27. 6. 10) gefragt, ob er immer noch Mitglied bei der K IV, dem Traditionsverband der Waffen-SS, ist, antwortete FPÖ-NAbg. Gerhard Kurzmann: „Ja, bin ich noch. Das ist ein zugelassener Verein.“ Die „Leute“, die er „dort kennen gelernt habe“, seien „anständige Leute (…). Sie haben als Soldaten in einer sehr schwierigen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht verdient, ständig angeschüttet oder vernadert zu werden.“
Zuletzt sorgte die steirische K IV mit einer gemeinsam mit ungarischen Neonazis abgehaltenen Gedenkveranstaltung für Schlagzeilen

Ulf Leinweber:

"Alter Herr" der Grazer Burschenschaft Cheruskia.

Walter Marinovic:

freiheitlicher Kulturkämpfer ohne Berührungsängste gegenüber dem Neonazismus, nennt sich „Ostmärker“, Referent bei der AFP, der NPD und beim „Kulturwerk Österreich“, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, hält im April 2009 auf Einladung von Martin Graf einen Vortrag im Parlament.

Ute Mayer:

FPÖ-Klubobfrau in Wien XIX - April 2004, Bezirkszeitung (5/04): Neben der Rettung des „christliche(n) Abendland(es)" widmet sich die FPÖ-Bezirksrätin dem Kampf gegen „'Grabschänder' und Menschenjäger". Diese hätten skandalöserweise dem Nazi-Flieger Walter Nowotny das Ehrengrab aberkannt und würden nun „zum nächsten Schlag" - gegen den "weltbekannten Wissenschaftler und Arzt Dr. Julius Wagner-Jauregg" - ausholen.

Richard Melisch:

Autor in den neonazistischen „Huttenbriefen“, der „Aula“ und in „Zur Zeit“, Referent bei AFP, NPD, beim neonazistischen „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“ (DKEG), „Kulturwerk Österreich“ und RFJ, seine von der AFP publizierte antisemitische Hetzschrift „Krisengebiet Nahost“ wird 2002 von der FPÖ-Ortsgruppe Kaumberg (NÖ) versandt.

Andreas Mölzer:

Mitglied des Grazer Corps Vandalia, vormaliger Chefideologe und nunmehriger Europaparlamentarier der FPÖ, Gründer und Mitherausgeber der antisemitischen Wochenzeitung Zur Zeit; finanziert mit EU-Geldern nicht nur Einschaltungen in seiner Zeitung, sondern auch in den rechtsextremen Blättern Die Aula und Der Eckart; in seinem Personenkomitee zur EU-Wahl 2009 fanden sich mehrere Rechtsextreme und ein amtsbekannter Neonazi; nahm 1991 den „Joseph-Hieß-Gedenkpreis“ des neonazistischen und daher 1998 endlich behördlich aufgelösten Vereins Dichterstein Offenhausen in Empfang; seit Ende der 1990er Jahre versucht Mölzer, die extreme Rechte unter Einschluss von Neofaschist_inn_en und Pogromantisemiten im EU-Parlament zu einen, 2007 ist dies in Form der ITS-Fraktion kurze Zeit auch gelungen; aufgrund seiner zahlreichen Auftritte bei rechtsextremen Gruppen in Deutschland findet Mölzer 2002 im Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen Erwähnung; seine Kontakte zu neonazistischen Kreisen (z. B. Interview für die Deutsche Stimme) führten im Herbst 2007 zum Bruch mit dem Chefredakteur der Jungen Freiheit, Dieter Stein: Mölzer habe mit seiner Einladung der NPD zu einem ITS-Treffen in Straßburg die Grenze zur Verfassungsfeindschaft überschritten und der zu einenden deutschen Rechten einen Bärendienst erwiesen, so sein jahrzehntelanger Weggefährte Stein (vgl.: http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2007_10/moelzer.html).

Helmut Müller:

Ehemaliger Schriftleiter des „Eckartboten“, herausgegeben von der rechtsextremen „Österreichischen Landsmannschaft“ (ÖLM), und Redakteur von „Zur Zeit“, Referent bei der AFP, NPD und dem „Kulturwerk Österreich“.

Herwig Nachtmann:

„Alter Herr“ der Burschenschaft Brixia, Innsbruck, vormaliger Aktivist der neonazistischen „Nationaldemokratischen Partei“ (NDP) und Leiter des „Aula“-Verlags, unter seiner Verantwortung wurde in der „Aula“ 1994 der Holocaust geleugnet, Referent bei der AFP.

Werner Neubauer:

Mitglied der pennalen Burschenschaft „Teutonia", Linz, Autor in der rechtsextremen Zeitschrift „Die Aula", Bundesobmann des freiheitlichen Tarnvereins „SOS Abendland".

Michael Oberlechner:

vormaliger RFJ-Funktionär, Kandidat der FPÖ und der „Freiheitlichen Arbeitnehmer“ (FA), wird in einem Protokoll des niederösterreichschen RFJ-Obmannes Udo Landbauer beschuldigt, im April 2005 auf der Fahrt zum Bundesparteitag nach Salzburg im RFJ-Bus lautstark das „Horst Wessel Lied“ gesungen zu haben.

Walter Ochensberger:

Voralrberger Neonazi und Holocaustleugner, Herausgeber der Zeitschrift „PHOENIX“, in welcher Susanne Winter wiederholt mit zustimmenden Zuschriften vertreten war.

Sebastian Ortner:

Unter dem Namen Sebastian Müllegger Führungskader neonazistischer Gruppen (z. B. „Kameradschaft Linz“ der „Heimatverbundenen Jugend“), wird in einem Schreiben von Gottfried Küssel als „stellvertretender Kameradschaftsführer“ der VAPO bezeichnet, Referent beim 1998 behördlich aufgelösten „Verein Dichterstein Offenhausen“, stellvertretender Obmann des freiheitlichen Tarnvereins „SOS Abendland“.

Martin Pabst:

deutschnationaler Korporierter, zwischen 1990 und 1994 Vorsitzender des Hilfskomitees Südliches Afrika (HSA), einer rechtsextremen Lobby deutscher Arpartheids-Befürworter. Daneben trat er als Vortragender bei der deutschen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) und Autor in zahlreichen rechtsextremen Medien in Erscheinung.

Parteijugend:

Führende Funktionäre des oberösterreichischen „Rings Freiheitlicher Jugend“ (RFJ) pflegen intensive Kontakte zum neonazistischen „Bund freier Jugend" (BFJ), in manchen Regionen Oberösterreichs ist geradezu von einer personellen Identität zwischen RFJ und BFJ auszugehen, was die Parteiführung nicht zu stören scheint; auch in Wien, Tirol und der Steiermark bestehen personelle wie inhaltliche Überschneidungen mit dem Neonazismus (vgl.: http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526).

Werner Pfeifenberger:

Professor an der FH Münster, Referent beim Kulturwerk Österreich. Er verlor 1998 einen Prozeß gegen einen Wiener Journalisten, der in Pfeifenbergers Aufsatz für das Jahrbuch der FPÖ 1995 "Nazitöne" und "Nazidiktion" geortet hatte.

Bernhard R. Pilz:

Universitätsbibliothekar in Salzburg, "Alter Herr" der Burschenschaft Olympia, Verfasser einer von der Österreichischen Landsmannschaft herausgegebenen Eckartschrift.

Sebastian Ploner:

Aktivist der rechtsextremen Burschenschaft „Olympia“, im RFJ (Mitglied im Wiener Landesvorstand) und in der „ARGE Sommerlager“ (heute: „Sturmadler“), attackierte gemeinsam mit zum Teil amtsbekannten Neonazis im Oktober 2008 eine antifaschistische Kundgebung auf der Parlamentsrampe (nicht ohne sich vorher zu vermummen!), parlamentarischer Mitarbeiter von Martin Graf, laut Recherchen des Nachrichtenmagazins „profil“ (5. 2. 07) hat Ploner beim neonazistischen „Aufruhr-Versand“ u. a. Kampfschriften wie „White Power“, T-Shirts mit einschlägigen Motiven und NS-Literatur bestellt.

Walter Rosenkranz:

Der Niederösterreicher ist Mitglied der akademischen Burschenschaft „Libertas".